Vintage und Retro Mode Styles

Seitdem Julia Roberts zu Beginn des neuen Jahrtausends in einem zwanzig Jahre alten Valentino-Kleid zu einer Oscar-Verleihung erschien, hat sich der Begriff Vintage in der Modewelt etabliert. Mit Vintage wird eine alte, hervorragende Designrichtung bezeichnet, zu der Kleidung, Möbel sowie Musikinstrumente gehören. Die Vintage Mode bezieht sich auf die Mode, die zwischen 1920 und 1999 getragen wurde.

Somit stellt die Vintage Mode Assoziationen her oder ruft längst vergessene Erinnerungen wach. Sobald jemand Schlaghosen sowie bunt gemusterte Hemden sieht, denkt er automatisch an die siebziger Jahre. Bei einem Mini stellen sich viele das Model Twiggy vor, die diese Röcke in den sechziger Jahren erstmals vorstellte. Schwingende Röcke mit Petticoats erinnern an den Rock´n´Roll der fünfziger Jahre, jeder hat die Namen der Interpreten wie beispielsweise Bill Haley, Jerry Lee Lewis, Little Richard, Chuck Berry und sicher auch Elvis Presley (siehe 50er Mode) schon gehört. Ein Model mit einem lasziven Blick und einer Zigarettenspitze in der Hand erinnert an die zwanziger Jahre, obwohl kaum jemand diese Jahre bewusst erlebt hat. Sämtliche Veränderungen in der Gesellschaft spiegeln sich sofort in der Mode wieder. Im letzten Jahrhundert des letzten Jahrtausends ist sagenhaft viel passiert. Ein Spiegelbild dieser Entwicklung ist die Vintage Mode.

Retro Mode im politischen Wandel

Beeinflusst wurde die Mode durch die politischen Umwälzungen, den technischen Fortschritt sowie durch die Frauenbewegung. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts treten die Frauen für ihre Rechte ein und fordern die Gleichberechtigung. Natürlich wirkte es sich auch auf die Kleidung aus. Die Frauen befreiten sich mit Beginn des 20. Jahrhunderts (siehe 20er Jahre Mode) nicht nur sinnbildlich aus einem Korsett. In den letzten Jahrzehnten hatten auch die Medien einen großen Einfluss auf die Mode (siehe 80er Mode und 90er Mode). In Filmen sowie im Fernsehen wurde gezeigt, wie sich die Menschen in anderen Ländern kleideten. Viele Modedesigner ließen sich beim Entwurf ihrer Mode von der traditionellen Kleidung anderer Länder wie beispielsweise japanischer Mode beeinflussen.

Die Kleidung, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts von den Menschen in den großen Metropolen der Welt getragen wird, ähnelt sich allerdings sehr. Dabei ist es egal, ob Bilder aus Tokyo, New York oder Berlin gezeigt werden. Die junge Generation trägt überall Jeans mit Tops oder T-Shirts. Inzwischen gibt es auch junge Designer aus Afrika, die in Paris Modedesign studieren und sich bei den Entwürfen von der Kleidung ihrer Heimat beeinflussen lassen. Das Resultat ist häufig eine recht farbenfrohe Mode (siehe auch 70er Mode). Alle Menschen der Erde profitieren von diesen vielfältigen Ergebnissen. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts kann jeder aus einer extrem großen Vielfalt die Mode auswählen, die er am liebsten trägt und seinen Stil allein bestimmen.